Gerichtsgutachten

Ein Sachverständiger wird immer dann in den Verhandlungsverlauf einbezogen, wenn das Gericht über kein eigenes ausreichendes Fachwissen für den vorliegenden Sachverhalt verfügt und so für den weiteren Verlauf eines Verfahrens wichtige Sachfragen klären lassen möchte.

Der Sachverständige unterstützt nur die Entscheidungsfällung, es obliegt dem Gericht, das Gutachten selbstständig zu verwerten und zu würdigen. Ein erstelltes Gutachten ist daher nicht verbindlich und abschließend für die Urteilsfindung.

Das Zivilprozessrecht kennt keine Definition oder Beschreibung des Berufsbildes eines Sachverständigen.

In § 404 Abs. 2 Zivilprozessordnung (ZPO) wird jedoch geregelt, dass ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger vom Gericht dann für die Erstellung eines Sachverständigengutachtens anderen, nicht öffentlich bestellten Sachverständigen gegenüber zu bevorzugen ist, wenn es für das Fachgebiet, auf dem ein Gutachten erstellt werden soll, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige gibt.

Grundsätzlich kann jedoch jeder, der auf einem bestimmten Fachgebiet über eine besonders hohe Sachkunde verfügt, persönlich integer ist und in der Sache unabhängig und neutral tätig werden kann, vom Gericht zur Erstattung eines schriftlichen oder mündlichen Gutachtens verpflichtet werden.